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für den 13.08.2020

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Auf ein Wort: Zum Haarwachstum

Sind Sie unzufrieden mit Ihrer Corona-Frisur? Damit sind Sie bestimmt in guter Gesellschaft. Tragen Sie Ihr Haar mit Stolz! Und lesen Sie hier wie und warum. 

Ich bin unzufrieden mit meiner Frisur. Damit bin ich wahrscheinlich in guter Gesellschaft. Zu lange schon haben Friseursalone geschlossen. Normalerweise trage ich eine mittellange Kurzhaar-Frisur, die schon am Anfang der Schließzeit eine Aufarbeitung nötig gehabt hätte. Inzwischen ist daraus eine kurze Langhaarfrisur mit wenig Kontur geworden – und nervt.

Der Run auf das Klopapier wird ein Witz gewesen sein gegenüber der Schlacht um Friseurtermine, die  ab Anfang Mai losgehen soll, postet eine Freundin – ich fürchte, sie hat recht.

Aber irgendwie interessant ist das derzeitige Phänomen schon auch: Die Menschen werden in der Krise langhaariger und sonnengebräunter, lese ich in der Zeitung.  

Die Bibel äußert sich nicht eindeutig zu Frisur-Problematiken. Nicht eindeutig, aber vielfältig – und, wie ich finde, durchaus positiv zum freien Wachsenlassen des Haupthaares. So gibt es zum Beispiel den Hinweis, dass Menschen, die ein Gelübte ablegen, ihr Leben Gott zu weihen, ihr Haar nicht mehr schneiden sollen (4. Mose 6): „Solange sein Gelübde währt, soll kein Schermesser über sein Haupt fahren. Bis die Zeit um ist, für die er sich dem HERRN geweiht hat, ist er heilig und soll das Haar auf seinem Haupt frei wachsen lassen“. Ein berühmter Vertreter dieser Praxis ist in der Bibel Simson, eine Figur aus dem Alten Testament, von dem erzählt wird, dass er übermenschliche Kräfte hat – solange er sein Haar nicht schneidet. Er wird sein langes, unbändiges Haar mit Stolz getragen haben als ein Zeichen von Gottverbundenheit, Gottvertrauen und Kraft.  

Jetzt ist unser Gelübte der derzeitigen Friseurabstinenz nicht freiwillig. Aber ich finde, mit einem gewissen Stolz dürfen wir das länger (und vielleicht chaotischer) werdende Haar schon auch tragen, denn es zeugt davon, wie viel wir schon geschafft haben, wie lange wir schon durchhalten.  Und den biblischen Anklang, dass frei wachsendes, ungeschnittenes Haar ein Zeichen von Gottverbundenheit, Gottvertrauen und Kraft sein kann, finde ich super! Denn das alles kann ich gut gebrauchen: Gottverbundenheit, Gottvertrauen und Kraft!

Natürlich glaube ich, dass die notgedrungen wachsengelassenen Haare  das nicht bewirken, Gottverbundenheit, Gottvertrauen und Kraft. Aber sie können mich daran erinnern:  dass ich das habe: Gottverbundenheit.  Und dass mir das gut tut: Gottvertrauen. Und dass mir das beides Kraft schenkt.

Mich daran zu erinnern ist doch auch eine deutlich schönere Aufgabe für meine Haare, als mich nur zu nerven.

 

Pfarrerin Ulrike Verwold 

 

 

29.04.2020



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